Private Pflegevorsorge ist wichtiger denn je
Pflegebedürftigkeit kann jeden treffen – nicht nur im hohen Alter. Die gesetzliche Pflegeversicherung bietet zwar eine wichtige Grundabsicherung, reicht aber häufig nicht aus, um die tatsächlichen Pflegekosten vollständig zu decken.
Auf dieser Seite erfahren Sie, warum private Pflegevorsorge sinnvoll ist, welche Leistungen die gesetzliche und private Pflegepflichtversicherung bietet, welche Kosten im Pflegefall entstehen können und welche Möglichkeiten es gibt, die persönliche Pflegelücke zu schließen.
Inhaltsverzeichnis
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Private Pflegevorsorge nicht aufschieben!
Die eigene Pflegebedürftigkeit ist ein Thema, mit dem sich niemand gerne auseinandersetzt. Sie erscheint in jungen Jahren noch in weiter Ferne. Auch später liegen die Prioritäten oft auf anderen Meilensteinen des Lebens: Man spart für das Eigenheim, sichert seine Kinder ab und betreibt Altersvorsorge, um die Rentenlücke zu schließen.
Das Thema Pflegevorsorge wird dabei häufig stiefmütterlich behandelt und aufgeschoben. Das ändert sich jedoch oft, sobald der erste Pflegefall im engen Verwandten- oder Bekanntenkreis eintritt.
Aufgrund des demografischen Wandels lässt sich die wachsende Bedeutung der Pflegebedürftigkeit nicht mehr wegdiskutieren. Die Anzahl älterer Menschen nimmt stetig zu und mit dem Alter steigt auch das Risiko, pflegebedürftig zu werden.
Wo Menschen noch vor hundert Jahren häufig in Großfamilien zusammenlebten, ist es heute nicht mehr üblich, dass Kinder die vollständige Pflege ihrer Eltern oder Großeltern übernehmen. Gleichzeitig sind Pflegeheime stark ausgelastet und mit hohen monatlichen Kosten verbunden.
Die Anbieter einer privaten Pflegevorsorge vergleichen
Seit dem Jahr 1995 gibt es die soziale Pflegeversicherung als fünften Zweig der Sozialversicherung. Seitdem besteht für jeden Krankenversicherten auch eine gesetzliche Pflicht zur Pflegeversicherung.
Gesetzlich Krankenversicherte sind über ihre Krankenkasse pflegeversichert. Privat Krankenversicherte müssen bei derselben Gesellschaft eine private Pflegepflichtversicherung abschließen.
Die entscheidende Frage ist jedoch: In welchem Umfang schützt diese Pflichtversicherung tatsächlich vor den finanziellen Folgen einer Pflegebedürftigkeit?
Leistungen der gesetzlichen bzw. privaten Pflegepflichtversicherung
Voraussetzung für Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung ist immer, dass die jeweilige Leistung wirksam, wirtschaftlich und notwendig ist. Hier unterscheidet sich die private Pflegepflichtversicherung nicht von den gesetzlichen Pflegekassen.
Ein Leistungsanspruch besteht außerdem nur dann, wenn ein entsprechender Antrag gestellt wird. Danach folgt eine Begutachtung durch den Medizinischen Dienst oder bei Privatversicherten durch MEDICPROOF, das private Pendant zum Medizinischen Dienst.
Ziel dieser Begutachtung ist es, die Schwere der Pflegebedürftigkeit festzustellen und den Versicherten in einen der fünf Pflegegrade einzustufen.
Ein Vorteil der neuen Regelung ist, dass auch überwiegend geistig eingeschränkte Personen, zum Beispiel Demenzkranke, besser von der Pflegeversicherung erfasst werden können.
Ein Nachteil kann sich dagegen für rein körperlich eingeschränkte Personen ergeben, da diese im neuen System bestimmte Beurteilungskriterien nicht erfüllen, um einen höheren Pflegegrad und damit höhere Pflegeleistungen zu erhalten.
Leistungen werden sowohl in Form von Geldleistungen als auch als Sachleistungen erbracht. Daher gibt es in jedem Pflegegrad einen festgelegten monatlichen Satz für Pflegegeld, Pflegesachleistungen und vollstationäre Pflege.
Bei Pflegegrad 1 besteht noch kein Anspruch auf Pflegegeld oder Pflegesachleistungen. Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 können lediglich mit einem Entlastungsbetrag rechnen.
| Häusliche / ambulante Pflege | Vollstationäre Pflege | ||
|---|---|---|---|
| Durch Angehörige / Bekannte |
Durch den ambulanten Dienst oder teilstationäre Pflege |
||
| Pflegegrad 1 | 0 € * | 0 € * | 131 € |
| Pflegegrad 2 | 347 € * | 796 € * | 805 € |
| Pflegegrad 3 | 599 € * | 1497 € * | 1319 € |
| Pflegegrad 4 | 800 € * | 1859 € * | 1855 € |
| Pflegegrad 5 | 990 € * | 2299 € * | 2096 € |
| Entlastungsbetrag | * bis 131 € monatlich zusätzlich bei häuslicher / ambulanter Pflege |
||
| Häusliche / ambulante Pflege durch: |
Vollstat. Pflege |
||
|---|---|---|---|
| Laien | Pflegedienst | ||
| Grad 1 | 0 € * | 0 € * | 131 € |
| Grad 2 | 347 € * | 796 € * | 805 € |
| Grad 3 | 599 € * | 1497 € * | 1319 € |
| Grad 4 | 800 € * | 1859 € * | 1855 € |
| Grad 5 | 990 € * | 2299 € * | 2096 € |
| EB *² | * bis zu 131 € mtl. zusätzlich bei häusl. / amb. Pflege |
||
*² EB = Entlastungsbetrag
Warum ist private Pflegevorsorge so wichtig?
Die soziale Pflegeversicherung bietet zwar Leistungen, kann aber lediglich einen Teil der tatsächlich entstehenden Pflegekosten auffangen. Sie ist daher nur als Grundabsicherung zu betrachten.
Sobald eine Pflegebedürftigkeit festgestellt wird, ist diese meist nicht mehr rückgängig zu machen. Häufig ist sogar davon auszugehen, dass sich der Pflegegrad mit zunehmendem Alter verschlechtert.
Die monatlichen Kosten für Pflege fallen dann in der Regel dauerhaft an. Häufig zehren sie Ersparnisse und Vermögen der Betroffenen vollständig auf.
Viele Menschen möchten ihren Kindern möglichst viel hinterlassen oder ihr Vermögen anderweitig vererben. Für Kinder gilt beim Elternunterhalt mittlerweile ein hoher Freibetrag von 100.000 Euro jährlichem Bruttoeinkommen. Darunter werden Kinder in der Regel nicht zum Elternunterhalt herangezogen.
Doch auch wenn Kinder rechtlich nicht zur Zahlung verpflichtet sind, unterstützen sie pflegebedürftige Eltern häufig dennoch – sofern es finanziell möglich ist.
Um solche Situationen zu vermeiden, kann eine private Pflegevorsorge die entstehende Pflegelücke schließen.
Gerade bei teil- oder vollstationärer Pflege entstehen hohe Eigenanteile für Unterkunft, Verpflegung, Investitionskosten und weitere Pflegekosten.
Was kostet die Pflege?
Mit dem Pflegeaufwand steigen auch die Pflegekosten. Bereits häusliche Pflege kann unerwartet teuer sein.
Das beginnt häufig bei der Wohnraumanpassung. Je nach Schwere der körperlichen Einschränkung muss ein Treppenlift eingebaut oder ein Bad umgebaut werden. Die Pflegekassen bezuschussen solche Maßnahmen zwar, der Zuschuss reicht jedoch in der Regel nicht aus.
Auch ein ambulanter Pflegedienst oder eine Pflegehilfe verursacht hohe Kosten. Hier verbleibt fast immer ein Eigenanteil beim Pflegebedürftigen, da die Pflegekasse nur einen Teil abdeckt.
Hinzu kommen Kosten für Medikamente, Heilmittel und Hilfsmittel, sofern diese nicht vollständig von der Krankenversicherung übernommen werden.
Pflegt ein Angehöriger, entstehen ebenfalls finanzielle Folgen. Häufig kommt es zu Einkommenseinbußen oder späteren Nachteilen bei der eigenen Altersvorsorge.
Bei einer Unterbringung im Pflegeheim ist die finanzielle Belastung meist noch höher. Neben den festen Leistungen der Pflegekasse müssen Pflegebedürftige selbst für weitere Kosten aufkommen.
Diese Kosten setzen sich häufig zusammen aus:
-
- Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil
- Investitionskosten
- Unterkunft
- Verpflegung
Die richtige Höhe der Absicherung
Die Deckungslücken zwischen den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung und dem tatsächlichen finanziellen Bedarf liegen weit auseinander.
Bei durchschnittlichen Kosten und den heutigen Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung sollten bei häuslicher sowie stationärer Pflege folgende monatliche Leistungen vereinbart werden, um die Kosten größtenteils abgedeckt zu wissen.
| Pflegegrad | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 |
|---|---|---|---|---|---|
| Pflege Zuhause | 450€ | 750€ | 1.200€ | 1.950€ | 2.400€ |
| Vollstationäre Pflege | 450€ | 2.400€ | 2.400€ | 2.400€ | 2.400€ |
*(durch Angehörige, Laien oder ambulanten Dienst)
Die beste Variante der privaten Pflegevorsorge
Um die Versorgungslücke zwischen gesetzlicher Leistung und den tatsächlichen Kosten privat abzusichern, gibt es unterschiedliche Formen der Pflegezusatzversicherung.
Dazu gehören:
✔ Pflegetagegeldversicherung
✔ Pflegekostenversicherung
✔ Pflegerentenversicherung
✔ Pflege-Bahr mit staatlicher Förderung
Die verschiedenen Optionen werden nachfolgend kurz zusammengefasst.
Fazit zur Pflegevorsorge
Eine private Vorsorge für den Fall der Pflegebedürftigkeit ist empfehlenswert und äußerst wichtig, um sich vor hohen Pflegekosten zu schützen.
Die gesetzliche Pflegeversicherung bietet lediglich eine Grundabsicherung. Die tatsächlichen Kosten einer Pflegebedürftigkeit können deutlich höher ausfallen und langfristig das eigene Vermögen belasten.
Eine private Pflegezusatzversicherung kann helfen, diese Versorgungslücke zu schließen und Angehörige finanziell zu entlasten.
Pflegevorsorge trotz Vorerkrankungen
Leider kann nicht jede Person eine private Pflegezusatzversicherung ohne Weiteres abschließen.
Je nach Gesellschaft und Tarif werden unterschiedliche Gesundheitsfragen gestellt. Während eine Gesellschaft einen Antrag ablehnen kann, ist eine Annahme bei einem anderen Anbieter durchaus möglich.
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Für Personen mit schweren Vorerkrankungen kann die Pflege-Bahr Versicherung aufgrund der fehlenden Gesundheitsprüfung eine sinnvolle Alternative darstellen.
Statistik
Private Absicherung ist wichtig! Bereits heute werden jeder zweite Mann und drei von vier Frauen im Laufe ihres Lebens pflegebedürftig. Die durchschnittliche Pflegedauer beträgt 7,2 Jahre.
Formen & Absicherungsvarianten